Strukturierung der Planungsprobleme

Das Entscheidungsfeld der Produktion und Logistik umfaßt eine Vielzahl von Einzelentscheidungen, zwischen denen enge wechselseitige Abhängigkeiten bestehen. Üblicherweise unterscheidet man zwischen strategischen, taktischen und operativen Entscheidungen.

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Die Aufgabe der strategischen Produktionsplanung besteht darin, die langfristigen Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sich eine Unternehmung erfolgreich entwickeln kann (z.B. über den Einstieg in neue hochautomatisierte Produktionstechniken zu entscheiden).

Aufgabe der taktischen Produktionsplanung ist es, die Infrastruktur der Produktion so zu gestalten, daß die Wertschöpfungsprozesse entsprechend den Vorgaben der strategischen Planung ablaufen können. Das taktische Produktionsmanagement soll dazu beitragen, die in der strategischen Entscheidungsebene gesetzten Ziele schrittweise zu verwirklichen und die angestrebte Leistungsstärke nachhaltig aufzubauen. Dies geschieht vor allem durch die Umgestaltung und Weiterentwicklung der Produktionsinfrastruktur und der zugehörigen logistischen Konzepte. Typische taktische Fragestellungen sind die Dimensionierung der Produktionskapazitäten, die Layoutplanung oder auch die Gestaltung der Struktur des Materialflußsystems innerhalb einer Fabrik. Die Gestaltung der Produktionsinfrastruktur ist in großen Unternehmen eine permanente Planungsaufgabe. So beschäftigen sich z.B. in der Automobilindustrie große Planungsabteilungen ständig mit der Gestaltung der Fließproduktionssysteme, mit denen neue Fahrzeugmodelle produziert werden sollen. Typische Planungsaufgaben sind hier die Fließbandabstimmung, die Dimensionierung der Puffergrößen zwischen den Bearbeitungsstationen oder auch die Festlegung der Kapazität der einzelnen Arbeitstationen.

Die operative Produktionsplanung dient der konkreten Gestaltung und Durchführung der Wertschöpfungsprozesse mit Hilfe der Ressourcen, die zuvor durch die Entscheidungen der taktischen Planungsebene geschaffen wurden. Hier geht es um Fragen der Produktionsprogrammplanung, der Losgrößenplanung, der Ressourceneinsatzplanung (Grobterminplanung, Ablaufplanung) und der Steuerung der Produktionsvorgänge. Zur Unterstützung der operativen Produktionsplanung werden in der Praxis Softwaresysteme zur Produktionsplanung und -steuerung (PPS-Systeme) eingesetzt, die auf eine Datenbank des Produktionsbereichs zurückgreifen. Diese Systeme folgen i.d.R. einem einheitlichen Sukzessivplanungskonzept (Material Requirements Planning, MRP), das eher ein Datenverwaltungskonzept als ein Planungskonzept ist und sowohl in der Theorie als auch in der Praxis heftig kritisiert wird.

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Literatur

Günther, H.-O. und Tempelmeier, H. (2016). Produktion und Logistik - Supply Chain and Operations Management. 12. Aufl., Norderstedt: Books on Demand.